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mit tierischem Allerlei

Rund um den Hund

Vieles was mich beschäftigt und ich als wissenswert im Umgang mit unseren Hunden empfinde, findest du hier auf dieser Seite. Vom Umgang mit unseren Worten,, verschiedene „Podcast-Folgen“, bis hin zu Alltagsgeschichten und alltägliche Begegnungen, wichtiges zur Welpenzeit und vieles mehr. Diese Seite wird also immer erweitert werden- darum loht es sich immer mal wieder vorbei zu schauen .

Und natürlich ist all DAS auch die perfekte Begleitung in meinen Coachings.

Viel Spaß beim Lesen. Nachfragen und wertschätzender Austausch erwünscht- gerne auch über das Kontaktformular.

Podcast

Im Gespräch mit
Maria Rehberger

Beschreibung der Folge

Der eigene Hund wird von einem anderen Hund schwer verletzt. Das ist eins der Horror-Szenarien für viele Hundehalter:innen. Kathi Stockmann, Zoo-Pädagogin, Hundetrainerin & Verhaltensberaterin, Botschafterin der Initiative Wau statt Au und zusammen mit ihrem Großpudel-Rüden Zeddy zertifiziertes Therapiebegleithundeteam und ich haben beide diese Erfahrung machen müssen. In dieser Folge sprechen wir über das, was unseren Hunden und uns widerfahren ist und die Folgen. Was uns beiden wichtig ist: Solche Vorfälle sind NICHT an der Tagesordnung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, denn durchschnittlich sozialisierte Hunde sind keine psychopathischen Massenmörder auf der Suche nach ihrem nächsten Opfer. Nichtsdestotrotz ist es uns ein Anliegen unsere Erfahrungen mit euch zu teilen und euch vor allem auch Mut zu machen, euch Hilfe zu holen, falls ihr etwas Ähnliches erlebt habt.

Beschreibung der Folge:

Welpen sind keine unbeschriebenen Blätter. Das trifft auf Welpen von der guten Züchterin zu, das trifft aber insbesondere auf Welpen zu, die keine optimalen Startbedingungen ins Leben hatten.Für diese Folge habe ich mir ein weiteres Mal Kathi Stockmann eingeladen, denn wie ich 2008, hat Kathi vor ein paar Jahren einen Tierschutzwelpen aus dem Tierheim bei sich aufgenommen. Wir haben über die Herausforderungen gesprochen, die das Leben mit einem solchen Welpen mit sich bringt, insbesondere aber darüber, was diese Welpen wirklich brauchen. Und wie erfüllend, bereichernd, berührend und lehrreich das Leben mit so einer Flipperkugel ist. Viel Spaß beim Zuhören!

 

Alltag mit Hund

Ein toller Social Media-Beitrag von Grinsehunde hat mich inspiriert dieses Thema mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Sprache im Hundetraining- die macht unserer Worte

*Sprache und Wörter sind weit mehr als nur Kommunikation*

  • sie formen unsere Wahrnemung
  • lenken unser Denken
  • beeinflussen unsere Emotionen
  • Neurobiologisch. Sprache aktiviert viele Hirnreale, auch die limbischen Strukturen unserer Emotionszentrale ,wie zum Beispiel die Amygdala. Worte sind niemals neutral- sie sind immer emotional gefärbt. Worte enthalten Gefühle der Angst, der Liebe oder auch Wut.*
  • Worte können Emotionen verstärken
  • sie können beruhigen oder sogar
  • körperliche Emotionen auslösen- wie zum Beispiel Stressreaktionen.

*Priming-Effekt: die Wortwahl beeinflusst unsere Handlung*

  • Wird Jemand mit dem Wort „kooperieren“ statt „durchsetzen“ konfrontiert, agiert er in einem Experiment nachweislich empathischer

Klar verstehen Hunde unsere Sprache nicht Wortwörtlich. Es geht um UNS  und die Emotionen die Worte in uns Menschen auslösen. Es geht um Haltung und Weltbilder im Gehirn und diese formen unseren Umgang mit Tieren und natürlich auch Menschen.

Was heißt das jetzt fürs Zusammenleben mit unseren Hunden?

  • im Hundetraining und wie in jeder Beziehung, beeinflussen unsere Worte nicht nur was wir  sagen sondern wie wir denken und handeln.
  • Wer also Sprache /Worte bewusst wählt, schafft mehr Verbindung, weniger Kontrolle und damit oft mehr Kooperation
  • für ein gutes Miteinander und eine Bindung die auf Vertrauen und Sicherheit aufgebaut ist

*Kommando vs Signal*

  • Begriffe die wir im Training verwenden, prägen unsere Haltung dem Hund gegenüber.
  • Sie beeinflussen unsere eigene Körpersprache.
  • Sie beeinflussen unsere Erwartungshaltung.
  • Sie beeinflussen unseren Tonfall & damit die Beziehung zwischen Hund und Mensch.

* Kommando*

  • stammt aus dem militärischen Kontext und signalisiert
  • Hierarchie
  • Kontrolle
  • Gehorsam

*Kommando- laut Definition*

  • kurzer (… festgelegter, militärischer) Befehl
  • bzw durch einen Befehl erteilter Auftrag

Wer also von „Kommando“ spricht, denkt oft in: “ Der Hund muss den Befehl sofort befolgen-Kategorien“.

Meist wird durch den Menschen ein „blindes“ ausführen erwartet, ohne einer Spur von Selbstwirksamkeit oder dem Zusprechen eigener Denkfähigkeiten.

*Signal*

  • „ich sende dir eine Information“
  • neutraler & partnerschaftlicher
  • Hund kann freiwillig reagieren und ausführen
  • veränderte interaktive Dynamik

Sprache prägt Haltung und Haltung prägt Sprache.

Wenn ICH Signale gebe , dann spreche ich meine Hunde als denkende, fühlende Wesen an und nicht als „Befehlsempfänger“.

*Mein Ziel ist*

  • freiwilliges Mitmachen, nicht blinder Gehorsam
  • keine Hierarchie, sondern Sicherheit durch Bindung
  • Fokus aufs Lernen, statt Angst oder Einschüchterung
  • ein lernfähiges Wesen, kein gesteuerter Roboter

*Beziehung statt Befehle & eine Kommunikation auf Augenhöhe*

*Beispiele zur Verdeutlichung*

Kommando- PLATZ!, meist mit dem entsprechendem Befehlston-Erwartung: mechanisches Ausführen, ggf. wird auch mit Nachdruck oder körperlichem Druck das Kommando durchgesetzt.

Signal- GEH PLATZ oder LEG DICH NIEDER , meist mit freundlicher Stimme- Erwartung: der Hund versteht das Signal und führt es gerne und sicher aus, weil er gelernt hat, dass es sich lohnt.

*Fazit*

Signale (und Beziehungsorientiert) heißt nicht regellos, sondern verantwortungsvoll klar.

Signale sind ein Ausdruck achtsamer Kommunikation. Sie schließen Verbindlichkeiten, Konsequenz und Grenzen keineswegs aus. Im Gegenteil, sie machen sogar authentischer und nachhaltiger, weil sie nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen beruhen.

*Der Ton macht die Musik*

  • Wortwahl, Tonfall und Körpersprache sind untrennbar miteinander verbunden
  • Die Entscheidung, ob man etwas als KOMMANDO oder SIGNAL gibt, wirkt direkt darauf, wie wir sprechen und wie wir uns bewegen.

*Tonfall und Körpersprache Mensch*

  • positive Sprache=positive Stimme=positive Körpersprache

Die Wortwahl wirkt wie ein mentales Startsignal für unseren gesamten Ausdruck.

  • positive Worte wie zum Beispiel “ Komm mal mit“ statt, „Hier her, sofort!“ aktivieren-
  • eher freundliche Tonlagen beim Menschen
  • führen zu entspannter, offener Körperhaltung
  • der Hund fühlt sich sicherer und kooperationsbereiter

 

  • negative, druckvolle Worte wie zum Beispiel „Nein!“, „Lass das jetzt!“ –
  • spannen die Stimme des Menschen an
  • Körpermuskulatur wirkt angespannt
  • Hunde lesen diese Spannung oft als Warnung oder gar Drohung
  • daraus folgt Verunsicherung oder eine Stressreaktion

*Beispiel Kommando*

  • innere Haltung= ich fordere das du gehorchst
  • Tonfall= oft lauter, härter, abgehackter
  • Körpersprache= frontal, eventuell vorgebeugt, Druck erzeugend, oft mit fixierendem, strengen Blick
  • Wirkung auf den Hund= kann Stress, Unsicherheit, Angst auslösen

*Beispiel Signal*

  • Innere Haltung= ich zeige dir, was ich möchte
  • Tonfall= ruhiger, weicher, fließender
  • Körpersprache= offen, einladend, eher seitlich lockerer Blick
  • Wirkung auf den Hund= fördert Entspannung, Lernbereitschaft, Kooperation

*Neurowissenschaftlicher Hintergrund*

  • Tonfall und Körpersprache wirken direkter auf den Hund als unsere eigentlichen Worte
  • Hunde sind Meister im Lesen nonverbaler Signale
  • klingt unsere Sprache freundlich werden bei Hund und Mensch Bindungshormone wie Oxytocin ausgeschüttet
  • harte Töne oder drohende Körpersprache lässt den Cortisolspiegel im Hund steigen
  • das wiederum mindert nicht nur das Wohlbefinden sondern
  • vor allem auch die Lernfähigkeit

*Fazit*

  • Positive Sprache formt automatisch unseren Tonfall und unsere Körpersprache und genau das entscheidet, wie der Hund unser Signal emotional abspeichert!
  • Wer also „Signal“ statt „Kommando“ denkt, verändert sich oft unbewusst und zwar ins Positive!

Setzt eure Sprache doch mal bewusst POSITIV ein und schaut auf eure Veränderungen und die Wirkung auf das Gegenüber- Mensch oder Tier.

Nette Worte, eine freundliche Stimme und ein ehrliches Lächeln sind nicht nur im Hundetraining der Schlüssel zu einem besseren Verständnis. Sie öffnen auch bei uns Menschen Türen, Herzen  und Ohren.

 

Warum Hundebegegnungen oft schwierig sind – und warum wir sie üben sollten

Hundebegegnungen gehören zum Alltag – und genau darin liegt die Herausforderung. Sie passieren ungeplant, oft in engem Raum, mit fremden Hunden und unterschiedlichen Erwartungen auf beiden Seiten. Für viele Hunde (und Menschen) ist das erstmal Stress.


Warum Begegnungen schwierig sind

  • Unklarheit & Überraschung: Fremde Hunde sind schwer einzuschätzen. Körpersprache, Tempo, Distanz – alles verändert sich ständig.
  • Übertragene Anspannung: Hunde reagieren stark auf die Stimmung ihrer Menschen. Unsicherheit oder Stress überträgt sich sofort.
  • Fehlende Übung im richtigen Kontext: Ein Hund, der nur mit bekannten Hunden Kontakt hat, ist nicht automatisch sicher im Umgang mit fremden. Hunde lernen kontextbezogen – und Spaziergänge sind ein ganz eigener Kontext.
  • Unkontrollierbare Umwelt: Freilaufende Hunde, enge Wege, unterschiedliche Trainingsstände – wir können nicht alles steuern.

Warum wir Begegnungen üben sollten

Weil sie passieren. Und weil Übung Sicherheit schafft.
Ein Hund, der gelernt hat, ruhig an anderen Hunden vorbeizugehen oder sich abrufen zu lassen, ist handlungsfähig statt überfordert. Das senkt Stress, stärkt Vertrauen und macht Spaziergänge wieder entspannt – für beide Seiten.


Was „Sozialkontakt“ wirklich bedeutet

Sozialkontakt heißt nicht automatisch Spielen oder direkten Kontakt.
Es umfasst jede Form der Begegnung – vom entspannten Vorbeigehen bis hin zu kurzer Interaktion. Genau diese Bandbreite macht soziale Kompetenz aus.


Warum soziale Kontakte wichtig sind

Hunde sind soziale Lebewesen – aber nicht jeder Hund ist gleich.

  • Manche sind offen und kontaktfreudig.
  • Andere zurückhaltend oder selektiv.

Ziel ist nicht, dass jeder Hund jeden mag.
Ziel ist, dass dein Hund angemessen reagieren kann: ruhig bleiben, Signale lesen, sich zurücknehmen oder freundlich kommunizieren.


Fazit

Ein Hund muss nicht jeden Kontakt wollen – aber er sollte damit umgehen können.
Soziale Kompetenz bedeutet Freiheit im Alltag: weniger Stress, mehr Sicherheit und entspanntere Spaziergänge für alle.

Warum fehlende Sozialkontakte zu Problemen führen können – und warum wir auch Begegnungen an der Leine üben sollten

Hunde sind soziale Lebewesen. Ihre Bedürfnisse gehen weit über Bewegung und Beschäftigung hinaus – soziale Interaktion gehört grundlegend dazu. Wird dieses Bedürfnis dauerhaft nicht erfüllt, kann sich das im Verhalten deutlich zeigen.

Unerfüllte Bedürfnisse und ihre Folgen

Wenn Hunde kaum oder ausschließlich eingeschränkten Kontakt zu Artgenossen haben, fehlt ihnen eine wichtige Möglichkeit zur Orientierung und Regulation. Häufige Folgen können sein:

  • übermäßige Aufregung bei Hundesichtungen
  • Frustverhalten (z. B. Ziehen, Bellen, in die Leine springen)
  • Unsicherheit oder sogar Angst gegenüber anderen Hunden
  • fehlende Fähigkeit, Signale anderer Hunde richtig zu lesen

Das Problem ist dabei oft nicht „zu viel Kontakt“, sondern zu wenig passende Erfahrung.

Warum kontrollierte Kontakte wichtig sind

Soziale Kompetenz entsteht nicht von allein – sie entwickelt sich durch Erfahrung.
Hunde müssen lernen,

  • angemessen zu kommunizieren
  • Grenzen zu erkennen und zu respektieren
  • mit unterschiedlichen Typen von Hunden umzugehen

Und genau das funktioniert nur, wenn sie die Möglichkeit bekommen, solche Situationen regelmäßig und in einem sicheren Rahmen zu erleben.

Warum ich finde das auch Kontakt an der Leine geübt werden sollte

Ein häufiges Missverständnis: „An der Leine gibt es keinen Kontakt.“
In der Realität sieht der Alltag aber anders aus.

Begegnungen an der Leine lassen sich nicht immer vermeiden – enge Wege, unübersichtliche Situationen oder unangeleinte Hunde machen sie unvermeidbar. Wenn ein Hund nie gelernt hat, auch in dieser eingeschränkten Situation ruhig und angemessen zu bleiben, entsteht schnell Stress.

Wichtig ist dabei:
Es geht nicht um unkontrolliertes „Hallo sagen“, sondern um bewusst gestaltete, kurze und ruhige Kontakte, bei denen der Hund lernt:

  • sich trotz Leine zu regulieren
  • Signale wahrzunehmen und angemessen zu reagieren
  • sich jederzeit wieder lösen zu können

Die richtige Balance finden

Nicht jeder Hund braucht viele oder enge Kontakte – aber jeder Hund sollte die Fähigkeit haben, mit anderen Hunden umgehen zu können.

Das bedeutet:

  • Kontakt ermöglichen, wenn er passt
  • Abstand wahren, wenn er nötig ist
  • und vor allem: Situationen so gestalten, dass der Hund positive und sichere Erfahrungen sammeln kann

Fazit

Unerfüllte soziale Bedürfnisse können Verhalten verstärken, das im Alltag belastend wird.
Gezielt aufgebaute Sozialkontakte – auch an der Leine – helfen Hunden, sicherer, entspannter und kompetenter mit ihrer Umwelt umzugehen.

Und genau das ist es, was wir im Alltag brauchen:
Hunde, die nicht jeden mögen müssen – aber gelernt haben, mit anderen klarzukommen.

Eine große Herausforderung bei Hundebegegnungen – der Mensch am anderen Ende der Leine

So viel wir über Hundeverhalten sprechen – am Ende haben wir Menschen einen enormen Einfluss darauf, wie Begegnungen tatsächlich ablaufen.
Zwischen entspanntem Vorbeigehen und völliger Eskalation liegen oft nur wenige Sekunden… und unser Verhalten.

Warum wir eine so große Rolle spielen

Hunde orientieren sich stark an uns. Sie lesen unsere Körpersprache, unsere Stimmung und sogar kleinste Veränderungen in Spannung und Atmung.

Das bedeutet konkret:

  • Anspannung überträgt sich
  • Unsicherheit macht uns unklar in unserer Kommunikation
  • Hektik oder Panik verstärken die Situation

Und genauso gilt:
Ruhe, Klarheit und ein planvolles Handeln geben dem Hund Sicherheit.

Der Einfluss anderer Hundehalter

Zu einer Begegnung gehören immer mindestens zwei Seiten.
Und nicht jeder Mensch handelt vorausschauend oder rücksichtsvoll.

Freilaufende Hunde, unklare Kommunikation oder unterschiedliche Trainingsstände können Situationen schnell kippen lassen.
Das können wir nicht kontrollieren – unser eigenes Verhalten aber schon.

Was unserem Hund wirklich hilft

Gerade in schwierigen Momenten braucht unser Hund Orientierung. Und die kommt von uns.

Hilfreich sind vor allem:

  • Gelassenheit: ruhig bleiben, auch wenn es unübersichtlich wird
  • Freundlichkeit: Kommunikation statt Konfrontation mit anderen Menschen
  • Klares Leinenhandling: keine hektischen Bewegungen, keine unnötige Spannung
  • Vorausschauendes Handeln: frühzeitig Abstand schaffen oder Situationen managen

All das sorgt dafür, dass unser Hund sich an uns orientieren kann, statt selbst reagieren zu müssen.

Begegnungen sind Teamarbeit

Eine gelungene Hundebegegnung ist kein Zufall.
Sie entsteht, wenn wir Verantwortung übernehmen – für unseren Hund und für das Miteinander.

Denn unser Verhalten beeinflusst nicht nur unseren eigenen Hund, sondern auch das Gegenüber.
Ein ruhiger, fair geführter Hund kann dazu beitragen, dass auch unsichere oder aufgeregte Hunde bessere Erfahrungen machen.

Fazit

Wir können die Welt da draußen nicht kontrollieren – aber wir können lernen, souverän mit ihr umzugehen.

Je klarer, ruhiger und freundlicher wir in Begegnungen agieren, desto leichter wird es für unsere Hunde, sich ebenfalls angemessen zu verhalten.

Wir sind die Stimmungsampel für unsere Hunde und unser Gegenüber.

Hundebegegnungen – der wichtigste Teil  passiert oft am Ende der Leine 

Wenn wir über Hundebegegnungen sprechen, liegt der Fokus schnell beim Hund: Verhalten, Sozialkompetenz, Training, Erfahrungen.

Und ja – all das ist wichtig.

Aber in meiner Arbeit sehe ich immer wieder etwas Entscheidendes:
Nicht der Hund ist der alleinige Auslöser für schwierige Begegnungen – sondern oft die Kombination aus Hund und Mensch im Moment der Situation.

Denn Hunde können vieles gut. Manchmal sogar richtig gut.
Nur wir Menschen sind in genau diesen Situationen nicht immer vorbereitet.

Warum der Mensch so großen Einfluss hat

Hundebegegnungen sind dynamisch, schnell und oft unvorhersehbar.

Und genau hier zeigt sich, wie viel unser eigenes Verhalten ausmacht:

  • Wir reagieren auf das, was wir sehen – oft bevor wir es einordnen können
  • Wir übertragen unsere innere Anspannung auf die Leine
  • Wir verlieren manchmal den Überblick, wenn es plötzlich „eng“ wird

Der Hund orientiert sich dann an dem, was am anderen Ende passiert.
Nicht selten entscheidet genau das darüber, ob eine Begegnung ruhig bleibt oder eskaliert.

Der erste Schritt beginnt bei uns

„Der Hund muss das lernen“ ist nur ein Teil der Wahrheit.

Der erste Schritt kann – und darf – auch von uns kommen.
Denn wir sind die Konstante im System.

Dazu gehört:

  • Situationen frühzeitig erkennen lernen
  • Körpersprache von Hunden besser lesen können
  • die eigene Reaktion bewusst wahrnehmen
  • und wieder handlungsfähig bleiben, statt nur zu reagieren.

Hundesprache verstehen macht Begegnungen vorhersehbarer

Je besser wir Hunde lesen können, desto weniger überraschend werden Begegnungen.

Das bedeutet nicht, alles kontrollieren zu müssen – sondern Muster zu erkennen:

  • Wann wird es für meinen Hund schwierig?
  • Was signalisiert das Gegenüber wirklich?
  • Wann ist Abstand sinnvoll?

Dieses Wissen schafft Ruhe, weil Situationen ein Stück vorhersehbarer werden.

Handlungsfähigkeit statt Kontrollverlust

Ein zentraler Punkt ist für mich immer die eigene Handlungsfähigkeit.

Dazu gehört:

  • einen klaren Plan zu haben (und auch Plan B)
  • Leinenhandling bewusst einzusetzen
  • Kontakt nicht aus Unsicherheit entstehen zu lassen, sondern geführt
  • und im Zweifel auch freundlich, aber klar Grenzen zu setzen

Das Ziel ist nicht Perfektion.
Das Ziel ist, nicht in Stress oder Ohnmacht zu geraten, sondern gestalten zu können.

Auch eigene Ängste gehören dazu

Viele Schwierigkeiten in Hundebegegnungen haben eine emotionale Komponente.

Unsicherheit, schlechte Erfahrungen oder Angst vor Kontrollverlust wirken oft im Hintergrund mit.
Und genau diese Gefühle sind nichts, was man „einfach abstellen“ kann.

Aber man kann lernen, sie zu erkennen – und trotzdem handlungsfähig zu bleiben.

Begegnungen aktiv begleiten statt nur reagieren

Wenn wir anfangen zu verstehen, bewusster zu beobachten, früher zu handeln und ruhiger zu bleiben, verändert sich viel.

Dann werden wir vom „Mitfahrer im Geschehen“ wieder zum Begleiter unseres Hundes.
Und genau das ist der Punkt, an dem viele Teams spürbar entspannter werden.

Fazit

Hundebegegnungen sind keine reine Hundesache.
Sie sind immer ein Zusammenspiel.

Und manchmal ist der wichtigste Trainingsschritt nicht beim Hund zu suchen –
sondern bei uns selbst.

Denn je besser wir verstehen, lesen, reagieren und begleiten können,
desto sicherer wird die Situation für Alle.

Welpenzeit

Ein guter Start ins Leben – warum kein Welpe dem anderen gleicht

Der Start ins Leben eines Welpen ist so unterschiedlich wie die Wege, auf denen er zu uns kommt. Ob Tierheimhund, Züchterwelpe oder Junghund aus dem Auslandstierschutz – jeder Welpe bringt eigene Voraussetzungen mit, die sein späteres Verhalten und Lernen stark beeinflussen können.

Schon vor der Geburt spielen Faktoren wie Ernährung, Gesundheitszustand und Stresslevel der Mutterhündin eine entscheidende Rolle. Diese sogenannten pränatalen Einflüsse können das Nervensystem und die Stressverarbeitung des Welpen dauerhaft prägen.

Verschiedene Startbedingungen – verschiedene Persönlichkeiten
  • Tierheimwelpen oder Auslandshunde haben häufig schon in den ersten Lebenswochen Stress, unzureichende Sozialisierung oder mangelnden bis schlechten Kontakt zu Menschen erlebt.

  • Züchterwelpen profitieren im Idealfall von einem stabilen Umfeld, liebevoller Versorgung und gezielter Frühprägung.

  • Mischlings- und Rassewelpen können sich zudem stark in ihren genetischen Anlagen unterscheiden: Während einige Rassen auf enge Bindung und Kooperation gezüchtet wurden, bringen andere mehr Eigenständigkeit, Jagdtrieb oder Wachsamkeit mit.

Heißt: Welpe ist nicht gleich Welpe – sowohl gesundheitlich, emotional als auch rassetypisch!

Warum allgemeine Tipps und Trainingspläne keine gute Idee sind

In Internet-Foren, Social Media- Ratgebern oder TV-Shows finden sich oft Trainingsratschläge oder „starre Entwicklung-Ratgeber“ gemischt mit vielen Tipps und Tricks fürs Lernen und was Hund so fürs spätere Leben braucht. Oft geht es um:  wann ein Welpe „waslernen muss und vor allem wie viele Umweltreize und Erfahrungen er in den ersten Wochen sammeln muss, um ein entspannter „großer“ Hund zu werden- ganz nach dem Motto: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Ist natürlich großer Quatsch!


Die Forschung zeigt uns :

  • sogenannten Prägungsphasen sind zwar wichtige Entwicklungsfenster, aber kein starrer Entwicklungsfahrplan

  • Hunde lernen ihr ganzes Leben lang

  • allgemeine „Erziehungstipps“ ignorieren individuelle Unterschiede in Entwicklung, Reife, Lerntempo und Hunde-Typ

Ein sensibler Auslandstierschutz-Welpe mit schlechten bis keinen Erfahrungen aus der Umwelt braucht womöglich viel länger, um Vertrauen aufzubauen, als ein souveräner Welpe. Ein Welpe der gut behütet und mit vielen schönen Umwelterfahrungen ins Leben gestartet ist und schon früh neugierig die Welt im geschützten Rahmen erkunden durfte, kann sich oft schneller an wechselnde Umweltbedingungen anpassen.

Vertrauen und eine gute, besser noch eine sichere Bindung, sind der Grundstein um überhaupt gelassen durch den Alltag zu kommen und eine gute Bühne um zu lernen.

Jeden Hund als Individuum sehen

Jeder Welpe bringt seine

  • eigenen Emotionen (Freude, Angst, Neugier, Unsicherheit),

  • unterschiedliche Bedürfnisse (Sicherheit, Nähe, Rückzug, Aktivität),

  • seine eigene Kommunikation (Körpersprache, Lautäußerungen, Ausdrucksformen) mit.

Jeder Hund bringt auch seine eigene Geschichte mit – unsere Aufgabe ist es, diese Einzigartigkeit zu erkennen und den Weg individuell zu gestalten.“

„Statt starrer Erziehungspläne und allgemeinen Internet-Tipps zählt, den Hund in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen und ihn entsprechend seiner Bedürfnisse zu begleiten.“

„Welpen begleiten bedeutet nicht, ein Schema überzustülpen, sondern gemeinsam einen Weg zu finden, der zur Einzigartigkeit des Hundes und des Hund-Mensch-Teams passt.“

Für Dich und deinen Welpen

Empathie, Geduld und eine liebevolle Begleitung sind die Schlüssel für einen gelungenen Start. Dabei steht die Bindung im Mittelpunkt – bedürfnisorientiert, wertschätzend und immer mit einem wohlwollenden Blick auf deinen Hund.“

„Ein guter Start gelingt nicht mit : „Ich zeig dir sofort die große Welt !“, sondern durch Bindung, Vertrauen, Verständnis und vor allem durch-   ZEIT ZUM ANKOMMEN. Bedürfnisorientiertes Training, Empathie und eine wertschätzende Haltung schaffen die Grundlage für eine stabile Mensch-Hund-Beziehung.“

„Statt Internetratgeber zählt die gemeinsame Reise mit einem respektvollen Blick auf die Bedürfnisse deines Hundes. So entsteht Bindung, Vertrauen und ein harmonischer Start ins Leben.“

Dein Welpe ist immer mehr als seine Rassebeschreibung – er ist ein Individuum mit Persönlichkeit.

 

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